Vorbereitung und Durchführung von Bewegungsjagden

Auf Einladung des SaarForst Landesbetriebes fand am 28. Februar 2012 die zweite Vortragsveranstaltung für Jagdgäste, Pächter und jagende Mitarbeitern statt. Mit über 250 Besuchern war die Illipse in Illingen gut besetzt.

Foto: Hans-Albert Letter, Leiter des SaarForst Landesbetriebes (mdWdGb)
In der Begrüßung ging der Leiter des Saarforst Landesbetriebes, Hans Albert Letter, auf Veränderungen in der Jagdausübung in den letzten 20 Jahren ein, die am Beispiel der Kleidung und Ausstattung des Jägers auf dem Einladungsflyer augenscheinlich werden. Möglichst großflächige Bewegungsjagden sollen die Ansitzjagd ergänzen ohne sie abzuschaffen. Dabei ist der Sicherheit aller Beteiligten und Unbeteiligten Rechnung zu tragen.

Foto: Horst Reinecke
Die wildbiologischen Gegebenheiten der zu bejagenden Wildarten hatte Horst Reinecke, Wissenschaftler in der jagdkundlichen Abteilung der Universität Göttingen, im Blick.
Kann man das schlecht äugende und deshalb auf gewohnte Wege vertrauende Schwarzwild am Friedwechsel abpassen, muss sich der Jäger für das Rehwild ins Stangenholz begeben und dort äußerst bewegungsarm und leise auf das sichernde und langsam anwechselnde Rehwild warten. Wegen seines Fluchtverhaltens bezeichnete Horst Reinecke die Bewegungsjagd auf Rehwild als die Königsdisziplin unter den Bewegungsjagden. „Für Wild, das in einer Buchenrausche in der Größe einer Besenkammer genügend Deckung findet“, ist neben der Auswahl der Schützenstände, der richtige Hundeeinsatz die zweite Disziplin die den Erfolg einer Jagd bestimmt.

Foto: Johannes Lang
Zum Verhalten der Hunde war Johannes Lang, Wildbiologe und selbst Führer von Brackenhunden gefragt. Mit der Visualisierung der Hundebewegungen auf verschiedenen Stöberjagden zog er die Zuschauer in seinen Bann. Die Darstellung des Rückkehrverhaltens, auf unbekanntem Terrain, jagender Hunde war in der dargebotenen Weise für viele Zuschauer neu und nötigt der Leistung der Hunde Respekt ab.
Ein Vergleich der abgedeckten Jagdfläche von solo jagenden Hunden die vom Stand aus geschnallt werden und mit Führern durchgehenden Treiberhunden lässt Rückschlüsse auf die Anzahl der benötigten Hunde pro Hektar Jagdfläche zu.
Auch die Probleme der Bewegungsjagden wurden angesprochen, jagdneidische Nachbarn, ungesicherte Autobahnen oder Eisenbahnstrecken können Jagden unmöglich machen. Trotzdem waren sich die Vortragenden einig, dass die Bewegungsjagd noch viel Potential in sich trägt, um zur Regulierung der Schalenwildbestände wirksam beizutragen. Insbesondere für Schwarzwild sollten mindestens 250-300 ha große Jagdflächen angestrebt werden, die meist nur mit revierübergreifenden Jagden erreicht werden können.