|
Die ehemalige Schießanlage in Kirschheck wird saniert Startschuss für die Sanierung der ehemaligen Wurftaubenschießanlage in Saarbrücken-Kirschheck: Nach jahrelangen intensiven Vorbereitungen wird der SaarForst Landesbetrieb als Eigentümer die ca. 1,2 ha große Fläche von verbliebenen, umweltbelastenden Reststoffen (z.B. Wurfscheibenbruchstücke, Plastikschrotbecher, Bleischrotreste) räumen. Dies geschieht durch Abtrag und Entsorgung der belasteten Bodenmassen und Einbringen unbelasteter Erdmaterialien aus einer benachbarten Sandgrube. Anschließend wird die Fläche, die im Urwald vor den Toren der Stadt und damit in einem streng geschützten Gebiet liegt, im Sinne des Naturschutzes entwickelt. Während der Baumaßnahmen wird besondere Rücksicht auf vorkommende schutzwürdige Arten (z.B. Spanische Flagge, eine Schmetterlingsart und Gelbbauchunke) genommen. „Mit der Sanierung des Schießplatzes wird eine jahrelange Altlast im Urwald vor den Toren der Stadt beseitigt. Mit erheblichen öffentlichen Mitteln müssen nun die Hinterlassenschaften derer beseitigt werden, die den Wald in Ausübung eines Hobbys als kostenlosen Bleifang genutzt haben“, so Umwelt-Staatsekretär Klaus Borger bei der Vorstellung des Projektes. Die Waldbesucherinnen und -besucher bat Borger um Verständnis für die zeitweisen Störungen durch die Baumaßnahmen, z.B. Lkw-Verkehr und Motorsägenlärm. „Spätestens bis Mitte Februar des nächsten Jahres sind die Arbeiten vorbei. Damit wird den hohen Ansprüchen an den Schutz der Umwelt vor schädlichen Belastungen Rechnung getragen, und im Urwald kann wieder Ruhe einkehren“, versprach Borger. Hintergrund: Die Wurftaubenschießanlage in Saarbrücken-Kirschheck wurde 1963 errichtet und ist seit Ende 2003 nicht mehr in Betrieb. Der Saarländische Wurftauben-Club e.V. als ehemaliger Betreiber der Schießanlage existiert nicht mehr und konnte leider auch nicht mehr zur Übernahme der Entsorgungskosten herangezogen werden. Gutachten belegen die Belastung des Bodens mit Resten des ehemaligen Schießbetriebes, so dass eine Räumung nach abfallrechtlichen Erfordernissen und eine sich anschließende Sanierung gemäß bodenschutzrechtlicher Belange erforderlich sind. Ca. 4.500 Kubikmeter Bodenmassen müssen ausgetauscht werden. Aufgrund der Lage des Geländes in einem streng geschützten Gebiet und im „Urwald vor den Toren der Stadt“ müssen besondere Schutzvorschriften beachtet werden. Gutachterlich wurden die besonders schutzwürdigen Arten und Lebensräume ermittelt und Vorkehrungen für deren Schutz vorgeschlagen. Die Naturschutzbehörde hat der Sanierungsmaßnahme – unter Beachtung von Auflagen zum Artenschutz – zugestimmt. Während der Sanierungsarbeiten wird ein von SaarForst extra beauftragter ökologischer Gutachter die Einhaltung der Naturschutzauflagen überwachen. Insgesamt ist es das Ziel des Ministeriums für Umwelt, Energie und Verkehr vermeidbare Belastungen der Umwelt auszuschließen. Blei zählt zu der Gruppe von Umweltgiften, die zu erheblichen gesundheitlichen Schäden führen können.
Nähere Informationen zur Sanierung auch unter www.saarforst.de /Aktuelle Themen/Aktionen. |