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Das große Fressen - an den Eichen Jedes Jahr, etwa ab Mitte Mai kann der aufmerksame Waldbesucher die gleiche Entdeckung machen - die eben noch in frischem Laub grünenden Eichen werden plötzlich durchsichtig, ja fast wieder kahl, der Boden ist mit Fetzen von frischem Laub bedeckt und wenn es windstill ist, kann man ein leises Rieseln hören. Was da rieselt, ist das frische Laub in verdauter Form, ausgestoßen von Heerscharen grüner Raupen, die sich als sogenannte „Eichenschadgesellschaft“ über die Blätter der Eichen hermachen. Blattfressende Schädlinge und Eichen bilden seit Urzeiten eine evolutionäre Einheit; weit über 250 Schmetterlingsarten ernähren sich zeitweise oder auch ausschließlich von Eichenblättern. Die Leitarten dieser Schadgesellschaft sind bei uns der Grüne Eichenwickler (Tortrix viridana) und der Gemeine Frostspanner (Operophtera brumata), ev. noch der Große Frostspanner (Hibernia defoliaria). Die Raupen des Eichenwicklers sind grün mit schwarzbraunem Kopf und etwas hellerem grünlichen Nackenschild. Der Fraß erfolgt bevorzugt im oberen Kronenraum ausschließlich von Eichen, wenn sie neue Fraßplätze erkunden, seilen sie sich an Spinnfäden ab. Die Larven des Frostspanners sind gelb-grünlich gefärbt mit einem dunkelgrünen Seitenstreifen und sind durch ihre typische (namensgebende) spannende Aufwölbung beim Kriechen gut zu erkennen. Sie sind polyphag, tun sich also auch an anderen Laubbäumen und in Obstplantagen gütlich. Auffallend ist ihr ausgeprägter Sexualdiphormismus - während die Männchen typische Falter sind, kommen die Weibchen flügellos, spinnenartig daher. Der Obstgärtner kann sich das zunutze machen, indem er Leimringe um die Bäume bindet und so die Weibchen daran hindert in die Kronen zu gelangen um sich mit den Männchen zu paaren. Die Raupen beider Schmetterlingsarten sind übrigens außer ihrem Blattfraß völlig harmlos, besitzen weder Gifthaare noch giftige Sekrete, sind im sogar wichtig für die Lebensgemeinschaft Wald, da sie den jetzt überall mit der Jungenaufzucht beschäftigten Vögeln als überreiches Nahrungsangebot dienen und erfolgreiche Bruten garantieren. Im Normalfall können die Eichen diesen Kahlfraß gut kompensieren, in dem sie nämlich im Juli/August mit dem sogenannten Johannistrieb sich wieder neu belauben. Problematisch kann es jedoch werden, wenn dieser Kahlfraß mehrere Jahre andauert und andere Stressfaktoren , wie etwa ausgedehnte Dürreperioden hinzukommen, dann können die Bäume unter Umständen auch absterben. Auch im Saarland ist diese Gradation (=Vermehrungsrate)stark im Steigen begriffen, aber vielleicht wird das Vermehrungspotential in diesem Jahr gestoppt, denn das momentan nasse und kalte Wetter mit den eisigen Winden ist tödlich für die Raupen und ist der Mai kühl und nass, füllt er ja bekanntlich Scheune und Fass! |