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  Aktuelle News:

Hirschkäfer - Insekt des Jahres 2012  

Der Hirschkäfer ist einer unserer bekanntesten Käferarten des Waldes. Die mächtigen Käfer, deren Männchen das typische „Geweih“ tragen, sind in Deutschland vom Aussterben bedroht, da naturnahe Wälder immer seltener werden. Die größten Käfer Mitteleuropas können bis zu acht Jahren alt werden, verbringen allerdings den Großteil ihres Lebens als Larve oder Puppe unter der Erde.

„Den Hirschkäfer kennt jeder, leider häufig nur dem Namen nach“, begründete das Kuratorium um das Braunschweiger Julius Kühn-Institut in Berlin seine Entscheidung, diese Art zum Insekt des Jahres zu küren. Mit der Ernennung soll auf das lange Leben und die Schönheit der mittlerweile sehr seltenen Käfer hingewiesen werden.

Was als „Geweih“ bezeichnet wird, sind die bis zu drei Zentimeter langen Oberkiefer der Männchen. Sie dienen nicht zur Nahrungsaufnahme, sondern zu imposanten Rivalenkämpfen während der Paarungszeit. Das Weibchen ist kleiner, höchstens fünf Zentimeter lang, aber trotz kürzerer Oberkiefer eindeutig als Hirschkäfer erkennbar.

Zur Erhaltung des Hirschkäfers sind naturnahe Wälder, insbesondere auch morsche Eichenstümpfe, eine unabdingbare Voraussetzung. Der Hirschkäfer gehört zu den so genannten Urwald-Reliktarten. Die Gefährdung dieser imposanten Art war neben einer forstwirtschaftlich völlig veränderten Baumzusammensetzung auch eine Folge zunehmend intensiverer Forstwirtschaft und einer falsch verstandenen „Ordnungsliebe“ im Wald.

Die naturnahe Waldwirtschaft, wie sie seit vielen Jahren insbesondere im saarländischen Staatswald betrieben wird, geht einher mit einem hohen Anteil an alten Bäumen sowie Tot- und Biotopholz im Wirtschaftswald. Zusätzlich wurden Waldschutzgebiete ohne forstwirtschaftliche Nutzung oder mit besonders extensiver Nutzung ausgewiesen. Dies alles fördert die Erhaltung und Entwicklung der Hirschkäferpopulation im Saarland wie in keinem anderen deutschen Bundesland.

„Dem Hirschkäfer auf der Spur...“ lautet daher eine Aktion von SaarForst, Zentrum für Biodokumentation, NABU und BUND Saar im Jahr 2012, mit der die Kenntnis über das Vorkommen von Hirschkäfern im Saarland verbessert werden soll.

Bekannte Vorkommen des Hirschkäfers im Saarland:

Grafik: SaarForst Landesbetrieb auf der Grundlage von Daten des Zentrums für Biodokumentation (2011)


Waldzustandsbericht 2011:  

Trend der Erholung setzt sich im Saarland langsam fort – Erhebliche Verbissschäden im Jungwald

„Es ist zwar viel zu früh, von einer Gesundung der Wälder zu sprechen. Jedoch die mit dem Jahr 2006 beginnende Erholung im Bereich der abiotischen Schadsituation hat sich auch 2011 fortgesetzt. Die Entwicklung der zum Teil erheblichen Verbissschäden im Jungwald ist in einigen Bereichen unseres Landes aber dramatisch“, so fasste der Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Energie und Verkehr, Klaus Borger, die Ergebnisse des Waldzustandsberichtes 2011 zusammen, die er am 5. Januar 2012 in der Zentrale des SaarForst Landesbetriebes in Saarbrücken der Öffentlichkeit vorstellte.

Bei der Waldzustandserhebung des vergangenen Jahres schnitt die Buche am schlechtesten ab. Jede zweite Buche zeigte deutliche Kronenverlichtungen. Dafür dürfte die außergewöhnliche Fruchtbildung im vergangenen Jahr ausschlaggebend gewesen sein, welche die Energie der Bäume in die Produktion der Fruchtstände und weniger in die Blattmasse lenkte.

Die deutlichen Schäden stiegen bei der Buche sprunghaft um 24 Prozentpunkte auf 51 Prozent an, bei der Eiche dagegen verringerten sie sich um 19 Prozentpunkte auf 18 Prozent. Veränderungen bei den übrigen Baumarten sind sehr viel geringer: Die Fichten verbesserten sich um 3 Prozentpunkte auf 16 Prozent, Kiefern um 7 Prozentpunkte auf 44 Prozent deutliche Schäden.

Damit setzt sich für Eiche, Fichte und Kiefer der Trend einer kontinuierlichen Erholung seit dem Jahr 2006 fort. Der erfreuliche Schadensrückgang bei der Eiche hängt auch damit zusammen, dass in den letzten Jahren kein vitalitätsmindernder Schädlingsbefall auftrat; Eiche und Fichte nähern sich dem Schadniveau der 1990er Jahre an.

Über alle Baumarten hinweg bleibt der Anteil deutlicher Schäden mit 27 Prozent auf Vorjahresniveau. Trotz der schwierigen klimatischen Bedingungen zu Beginn der Vegetationszeit und Sondersituation der Buche setzt sich grundsätzlich die Entwicklung der letzten 4 Jahre mit Rückgang der Gesamtschäden um weitere vier Prozentpunkte auf 73 Prozent fort.

Im Vergleich der Baumarten ist nun die Buche mit 51Prozent die am stärksten geschädigte Hauptbaumart, vor der Kiefer (44 Prozent), Eiche (18 Prozent) und Fichte (16 Prozent).

Bei der Beurteilung des Jungwaldes zeichnen sich teilweise dramatische Entwicklungen ab. Verbiss, vor allem durch Reh- und Rotwild, haben landesweit zu einer erheblichen Entmischung der Wälder geführt. „Wenn diese Entwicklung nicht bald korrigiert wird, werden wir auf immer größerer Landesfläche baumartenarme Wälder mit einem hohen Risiko für die laufende Klimaentwicklung haben. An den Witterungsbedingungen und anderen Rahmenbedingungen können wir nichts ändern. Wir können aber an vielen Stellschrauben drehen, die dazu beitragen, die Vitalität der Waldbäume und der Waldböden zu stärken“, so Staatssekretär Borger. Das vom Umweltministerium aufgelegte „Wald-Vitalisierungs-Programm Saarland“ beinhalte ein konkretes Maßnahmenprogramm, um über waldbauliche, forsttechnische, jagdliche und flankierende Aktivitäten Wälder und Waldböden zu stabilisieren und diese resistenter gegen biotische und abiotische Belastungen zu machen.

Hintergrund

Die jährliche Beurteilung des Gesundheitszustandes des Waldes alleine ist wenig repräsentativ. Sie birgt sogar die Gefahr, dass außergewöhnliche Ereignisse die tatsächliche Situation überlagern. So hat es sich z.B. gezeigt, dass Trockenjahre (wie z. B. 2003), Schädlingsbefall, Samenjahre (wie 2011 bei der Buche) den tatsächlichen Gesundheitszustand verfälscht wiedergeben können, da bei den Waldzustandsinventuren als Vitalitätsmerkmal alleine die Dichte des Blatt- bzw. Nadelanhangs beurteilt werden. Erst über mehrjährige Untersuchungen ist es aber möglich, Trends zu erkennen, die Rückschlüsse auf die Vitalität unserer Wälder zulassen.

So bedeuteten die extreme Frühjahrstrockenheit in 2011 und der ausgeprägte Samenbehang für die Buche außergewöhnliche Rahmenbedingungen, deren Auswirkungen vermutlich auch 2012 erkennbar sein werden.

Der vollständige Waldzustandsbericht 2011 steht hier zum download bereit:

icon Waldzustandsbericht_2011_eBOOK.pdf (1.76 MB)


Sturmwarnung für Donnerstag, den 5. Januar 2012  

SaarForst bittet die Bevölkerung, bei Sturm den Wald zu meiden

Aufgrund einer Akutwarnung vor Sturm und Orkan der Unwetterzentrale mit Windgeschwindigkeiten bis zu 110 km/h auch im Saarland bittet der SaarForst Landesbetrieb die Bevölkerung, keine Spaziergänge in den Wald zu unternehmen und auch keine Autos auf Waldparkplätzen oder am Waldrand abzustellen. Es besteht die Gefahr, dass durch den starken Wind in Folge schwerer Sturmböen Äste von den Bäumen gerissen werden. Auch können umstürzende Bäume nicht ausgeschlossen werden, zumal der Boden durch den Regen der vergangenen Tage teilweise stark aufgeweicht ist.

Autofahrer werden gebeten, bei Fahrten durch Waldgebiete besonders achtsam zu sein.


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