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Zu Beginn der 1980er Jahre erregte ein sich dramatisch verschlechternder Kronenzustand der Waldbäume europaweit Aufsehen und Besorgnis. Dies führte 1985 zur Einrichtung des ICP-Forests im Rahmen der Genfer Luftreinhaltekonvention der UNECE. Die anschließende 20-jährige enge Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Kommission und ICP Foests mündete 2007 in das FutMon-Project. Ziel des Projekts ist die Etablierung eines europäischen harmonisierten, forstlichen Umweltmonitoring-Systems mit verbesserter Methodenstandardisierung und Effektivität, das politikrelevante Informationen über den Zustand der europäischen Wälder liefern soll. ICP Forests ist ein Programm, das basierend auf Dauerbeobachtungsflächen kontinuierlich transnational abgestimmte Waldzustandsdaten für einen Großteil der Europäischen Länder liefert. Dieses Monitoring umfasst zwei Intensitätsstufen: „Level I“ umfasst 6000 systematisch ausgewählte Flächen in 38 europäischen Partnerländern, das umfassendere „Level II“ basiert auf 800 Flächen und spiegelt die wichtigsten Waldtypen von 29 teilnehmenden Ländern wider. Das Netz von ICP Forests spannt sich über 200 Millionen Hektar Wald und ist damit eines der umfangreichsten Waldmonitoring-Programme der Welt. Die kontinuierliche Erfassung des Waldzustandes in „Level I“ geschieht anhand des Nadel- und Blattverlustes und gibt hinweise zur Reaktion der Waldökosysteme auf Umweltveränderungen. Die Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Europa verwendet Nadel-/Blattverluste als einen von vier Indikatoren für Waldgesundheit und -vitalität. Die Beurteilung des Kronenzustandes ist ein einfaches und leicht nachvollziehbares Schätzverfahren. Im Saarland gibt es dafür 96 Stichprobenpunkte im 2 x 4-km-Raster mit jeweils 24 zufällig ausgewählten ständigen Einzelbäumen, insgesamt also 2304 Probebäume. Blatt-/ Nadelverluste werden in 5 %-Stufen erfasst und in 5 Schadstufen eingeordnet (von Stufe 0 = ohne Blatt-/Nadelverlust bis Stufe 5 = abgestorben). Zusätzlich werden Vergilbung, Blüten, bzw. Fruchtansätze und abiotische und biotische Schäden (z.B. Insektenfraß) erfasst. Um von gleichen Einschätzungs- und Beurteilungskriterien in den einzelnen Bundesländern ausgehen zu können, treffen sich jährlich die Inventurleiter aller Bundesländer zu einem gemeinsamen Abstimmungskurs. Zum ersten Mal seit Beginn der Waldzustandserhebungen findet dieser Abstimmungskurs am 16. und 17. Juni 2010 im Saarland, in den Wäldern um Homburg statt. Begutachtet werden die Hauptbaumarten Buche, Eiche, Fichte und Kiefer, sowie, etwas weniger intensiv Lärche und Douglasie, da deren bundesweiter Anteil an der Waldfläche relativ gering ist. Inhalt des Lehrganges ist eine gemeinschaftliche Beurteilung von je 5 Probebäumen der vorgenannten Baumarten und im Anschluss daran ein Parcours, bei dem jedes Bundesland bei weiteren 10 Bäumen jeweils eigene Einstufungen des Kronenzustandes abgibt. Abschließend werden die Einstufungen verglichen und stärkere Abweichungen gemeinsam noch einmal diskutiert. Daraus ergibt sich dann die gemeinsame gewogene Beurteilungsweise aller beteiligten Inventurleiter. Kontakt : FOAR Norbert Maurer (Leiter der Stabsstelle Waldökologie und Nachhaltigkeit), n.maurer@sfl.saarland.de, tel: 0681/9712-117 oder mobil: 0177-7174620. |